Wörter oder Worte?

Wie lautet der Plural von Wort?

Das ist doch nicht schwer, der Plural lautet Worte! Oder Wörter? Oder beides?

Ja, es gibt zwei Pluralformen. Allerdings nicht, um einfach nur den Wortschatz des Deutschen zu vergrößern, sondern es steckt auch ein kleiner Bedeutungsunterschied dahinter.

Fangen wir mit den Wörtern an.Weiterlesen »

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Sowohl – als auch

Bei diesem Tipp geht es um Verbindungen. Damit kann etwas ganz Einfaches gemeint sein, etwa Eimer und Schaufel. Womit dann sowohl der Eimer als auch die Schaufel gemeint sind😉

„sowohl … als auch“ bedeutet nichts anderes als das schlichte Wörtchen „und“. Es ist nur manchmal stilistisch etwas besser – oder abwechslungsreicher.

Natürlich können auch ganze Satzteile miteinander verbunden werden, etwa:

Ich habe gestern sowohl die Kontoauszüge geholt als auch das eingenommene Geld eingezahlt.

Oder noch etwas ausgedehnter:

Ich habe gestern sowohl die Kontoauszüge geholt und das eingenommene Geld eingezahlt als auch die Buchhaltung auf Vordermann gebracht.

Und hier komme ich nun zum Knackpunkt: dem Komma. Es kommt nämlich keines hierhin!

Wenn wir etwas mit „und“ (bzw. „oder“) verbinden, wird kein Komma gesetzt. Genauso fällt das Komma weg, wenn wir etwas mit „sowohl … als auch“ verbinden.

Das Gemeine ist, dass wir beim Sprechen vor dem „als auch“ immer eine kleine Pause einlegen und auch die Sprachmelodie vorher nach oben geht (und nach dem „als auch“ wieder nach unten). In solchen Fällen wird tatsächlich sehr oft ein Komma gesetzt – aber leider nicht immer. So wie hier nicht.

Übrigens: Wenn das „sowohl“ benutzt wird, dann sollte irgendwann auch ein „als auch“ folgen. Manchmal gerät das im Eifer des Schreibens ein wenig in Vergessenheit …

Immer wieder morgens, sonntags, alltags und überhaupt …

Wenn es sich um Zeitangaben dreht, fängt bei vielen das Kopfzerbrechen an: groß oder klein?

Das hängt natürlich von der Wortart ab. Wortart – och nö.

Aber keine Sorge. In diesem Fall kann man sich die Groß- und Kleinschreibung auch anders merken 😉

Klar ist, dass der Morgen, der Abend und die Nacht, der Montag, der Sonntag und der Alltag großgeschrieben werden – da steht ja auch ein Artikel davor.

Wenn wir aber ausdrücken wollen, dass etwas immer am Morgen oder in jeder Nacht, grundsätzlich am Sonntag oder immer wieder im Alltag passiert oder passieren soll, dann verwenden wir dafür andere Wörter: Wir sprechen dann nämlich von morgens, nachts, sonntags und alltags.

In diesem kleinen, unscheinbaren, angehängten „s“ steckt also eine ganze Menge Bedeutung:

„Wenn ich morgens aufstehe, brauche ich als erstes einen Kaffee.“ (= „An jedem Morgen, wenn ich aufstehe, brauche ich …“)

„Ich stehe alltags um 7 Uhr auf.“ (= „Im Alltag stehe ich grundsätzlich um 7 Uhr auf.“)

„Der Kiosk ist sonntags geschlossen“ (= „Der Kiosk ist am Sonntag immer geschlossen“)

Naja, und ganz nebenbei ändern wir mit diesem „s“ auch die Wortart: aus dem Substantiv wird ein Adverb. Das muss man nicht unbedingt wissen. Aber dass diese Adverbien, diese Zeitangaben mit dem „s“ hinten dran und der Bedeutung immer/grundsätzlich, kleingeschrieben werden – das ist ganz gut zu wissen 😉

Achtung: Wenn wir von einem „Sonntagsessen“ oder einer „Alltagsgeschichte“ sprechen, dann hat das „s“ eine andere Bedeutung. In solchen Zusammensetzungen wird wieder großgeschrieben. Die Kleinschreibung bezieht sich wirklich nur auf die Einzelwörter mit der Bedeutung immer/grundsätzlich.