Infotexte: Sich kurzfassen

Viele Texte, die uns im Alltag begegnen, enthalten wichtige und nützliche Informationen. Trotdzem lesen wir sie oft nicht. Woran liegt das?

Einer der Gründe ist, das viele solcher Infotexte zu lang und ausschweifend sind. Damit Ihre Texte also gelesen werden, sollten Sie sich kurzfassen.

Fällt Ihnen das schwer? Das geht nicht nur Ihnen so. Doch mit ein paar Tricks kann man sich die Fallen der Ausschweifungen bewusst machen und gegensteuern:

Relevante Informationen

Schreiben Sie zunächst nur Stichworte auf: Welche Informationen möchten Sie vermitteln? Bringen Sie in einem zweiten Schritt diese Stichtworte in eine sinnvolle Reihenfolge. Erst dann beginnen Sie mit dem Ausformulieren.

Konzentration auf das Wesentliche

Verzichten Sie auf lange Einleitungen und Überleitungen. Fragen Sie sich bei jedem Satz und jedem Ausdruck, ob er wirklich notwendig ist. Oft handelt es sich um Selbstverständlichkeiten, die man getrost weglassen kann.

Denken Sie daran: Sie schreiben keinen Roman, der freiwillig und zum Vergnügen gelesen wird. Ihre Informationen sollen auch Leute erreichen, die nicht gerne lesen oder die gerade wenig Zeit haben.

Füllwörter und Adjektive streichen

Oft schmücken wir unsere Texte unbewusst mit sogenannten Füllwörtern aus. Ausdrücke wie „dann“, „also“, „hier“, „insgesamt“, „im Allgemeinen“ usw. verändern die Aussage nur minimal und können in Informationstexten fast immer weggelassen werden. Das gilt auch für viele Adjektive.

Ein Beispiel

In dieser informativen Broschüre finden Sie eine große Menge Tipps zur Archivierung nicht mehr benötigter Unterlagen und können somit wieder viel mehr Platz in Ihren Schränken schaffen.

Schauen wir uns diesen Satz in seinen Einzelteilen an:

„In dieser informativen Broschüre …“

Eine Broschüre sollte immer informativ sein, sonst bräuchte sie niemand. Das Adjektiv ist also überflüssig.

„… eine große Menge Tipps …“

Natürlich kann eine Menge auch klein sein, aber achten Sie mal darauf: Wenn wir von „einer Menge“ sprechen, meinen wir immer „eine große Menge“!  Das Adjektiv „große“ ist also auch überflüssig. Noch kürzer und übersichtlicher wird der Satz, wenn wir „eine Menge“ durch „viele“ ersetzen.

„… zur Archivierung nicht mehr benötigter Unterlagen …“

Mal ehrlich: Unterlagen, die noch benötigt werden, wird niemand archivieren. Der Ausdruck „nicht mehr benötigter“ beschreibt also etwas Selbstverständliches und kann wegfallen.

„… und können somit wieder viel mehr Platz … schaffen.“

Hier haben wir gleich drei Füllwörter, von denen mindestens zwei weggelassen werden können, ohne dass sich die Bedeutung ändert.

So. Nach diesen Kürzungen sieht der Beispielsatz folgendermaßen aus:

In dieser Broschüre finden Sie viele Tipps zur Archivierung Ihrer Unterlagen und können somit wieder Platz in Ihren Schränken schaffen.

Der Satz ist eine halbe Zeile kürzer geworden.

Ausnahmen

Kürzungen sind nicht immer möglich und sinnvoll.

Wenn es beispielsweise um rechtliche Zusammenhänge geht, müssen bestimmte Sachverhalte detailliert formuliert werden. Auch ein überflüssiges Adjektiv kann manchmal sinnvoll sein, wenn Sie beim Leser ein Bedürfnis ansprechen oder Aufmerksamkeit erzeugen wollen.

Und natürlich sollten Informationstexte nicht staubtrocken sein. Wie immer im Leben geht es um die richtige Balance …

 

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